Der Wohnungsmarkt wird Euch hinrichten …

Unterkunft- und Heizkosten in der Stadt Köln - Bild: Bronisz

Der Wohnungsmarkt wird Euch hinrichten, oder wie inzwischen die sogenannte „Mittelschicht“ in Köln von Mietwucher und Verdrängung betroffen ist.

Ein Brief von M.S. an Manfred Müller

Hallo Manfred, ich möchte mich ein wenig solidarisch zeigen und Eure Aktion „Alle für
Kalle“ unterstützen.

Man glaubt uns ja nicht….so die Politik.

Ein Beispiel aus meinem Leben ….und ich lebe jetzt 33 Jahre überwiegend in GAG oder GWG Wohnungen.

1994 suchte ich eine Wohnung 2-3 Zimmer, da ich ein Kind bekam. Ich bekam eine Wohnung von 64 qm in Deutz für Kaltmiete 430.- DM die Nebenkosten sehr hoch, da viele Grünflächen gepflegt werden mussten. Nahm ich in Kauf und war glücklich.

Nettoeinkommen, verheiratet incl.Kindergeld: 3380,- DM. Seit 2002 wohne ich in Rondorf, von 94 qm bereits auf 76 qm reduziert, verdiene mit Kindergeld nun 2220,– Euro als geschiedene mit einem Kind. Habe mehrere Altersstufenerhöhungen und auch eine Gehaltsgruppenerhöhung bekommen, muss jedoch bei jährlich erlaubter Kaltmieterhöhung wegen wegfallender Kredite aus öffentlichen Mitteln, inzwischen 610,– Euro Kaltmiete auf den Tisch blättern! An diesem Beispiel ist die Lohnentwicklung trotz Scheidung und die Kaltmieterhöhung bei baugleichen Objekten wohl ziemlich deutlich.

Mein Wohnungsvermieter ist inszwischen von Grund und Boden Treuhand in eine Aktiengesellschaft geändert worden. Die Wohnungen werden zwar gut in Schuss gehalten sind aber bei weitem nicht als gehoben Objekte zu betrachten nur weil der Rasen so schön grün ist, die Sträucher geschnitten werden und die Außenfassade gut aussieht.

Innen sind Linoliumböden und weiße Fließen im Bad, die es schon in den 60iger Jahren gab. Die Böden sind nicht gefliest, auch nicht im Bad. Aber wie das so ist, eine Aktiengesellschaft oder deren Vorstände wollen ja schließlich Gewinne einfahren und ihre Gehälter müssen auch jährlich so um die 10 bis 30 % erhöht werden, da muss man halt die Mieten anpassen…

Würden unsere Politiker, Komunalpolitiker sind hier besonders gefragt, nicht ständig die teuren Prestigeobjekte am Rhein für Büroflächen unterstützen und bauen lassen, die jetzt gerade wieder in großem Umfang frei stehen, weil sich keiner solche Mieten leisten kann und will, sondern mehr in den sozialen Wohnungsbau stecken, da würden auch nicht so viele Büroflächen verschwendet. Die nutzen nur den großen Versicherungen und Firmen als Abschreibungsobjekte oder für Spekulationen, um ihre Gewinne zu reduzieren und ihren Angestellten klar zu machen, dass ja zu geringe Gewinne erwirtschaftet werden usw…

Es wird einem übel wenn man an diese Machenschaften überhaupt denkt. Auf jedem leeren Gebäude müsste stehen wer der Eigentümer ist und dass hier keinerlei Verluste anerkannt werden! Dann würden diese Bürotempel verschwinden und mehr Wohnungsbau unterstützt!

So nun mache ich hier halt, da ich sonst Pusteln vor Ärger bekommen… und hoffe dir noch ein wenig Zunder für Argumente gegeben zu haben.

Viele Grüße

M.S.

(Name der Redaktion bekannt)

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