The show must gon on!…

„The show must gon on!…“ stand auf einem Transparent zu lesen, dass nach dem Prozess gegen ein Mitglied der „Kölner Erwerbslosen in Aktion“ (KEAs) vor dem Kölner Amtsgericht heute Nachmittag entfaltet wurde. H. war wegen „Hausfriedensbruch“, Beleidigung und anderer Untaten seitens des Jobcenters angezeigt worden.

Sein Vergehen bestand darin, dass bundesweit bekannte „Überlebenshandbuch“ der Gruppe in der „Wartezone“ des Jobcenters köln Kalk verteilt zu haben und nach Ansprache durch einen privaten Sicherheitsdienst, dies nicht unterlassen zu haben.

Als überzogene Brandmarkung von Aktivisten und anderen sympathisierenden Beobachtern, wurde die richterlich angeordnete doppelte Personenkontrolle empfunden. Ausweise wurden eingezogen und kopiert, die Taschen gefilzt und eingezogen, Handys einbehalten. Stammheim ließ grüßen. Der Beklagte verlas eingangs eine beeindruckende Stellungnahme zum System „Hartz IV“, schilderte die unzumutbaren Zustände in der Wartezone des Jobcenters und erläuterte sie. Beweggründe der KEAs, -gerade am Monatsanfang-, dem „Zahltag“ im Jobcenter präsent zu sein.

Die ersten Sätze des Zeugen der Anklage bestätigten haargenau die geschilderten Missstände, was den ungläubigen Richter veranlasste, sich die Lage auch von dem zweiten Zeugen ausführlich beschreiben zu lassen. Nach der Zeugenbefragung blieb von der Anklage übrig, dass H. Überlebenshandbücher der KEAs verteilt hatte, was er ja nie bestritten hatte. Als dann die „Sicherheitsfachkräfte“ bestätigten, dass auf Anweisung des Jobcenters KEAs nunmehr sehr wohl ihr „Überlebenshandbuch“ in der Wartezone verteilen dürften, wurde auch dem Richter die Posse zu viel. Das Verfahren wurde eingestellt.

Nach der Sitzung wurde bekannt, dass die Leitung des Jobcenters inzwischen ausgewechselt wurde und dies wohl Ausdruck eines „moderateren“ Kurses sein sollte. Daraufhin wurde der Vorschlag erwogen, demnächst die „Überlebenshandbücher“ durch die Sicherheitskräfte an die Besucher verteilen zu lassen, denn „The show must go on…“

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