Unglaublich! Dem System „Hartz IV“ die rote Karte gezeigt

10 Jahre „Hartz IV“ – Eine Bilanz, Kölner Erwerbslose berichten über ihre Erfahrungen mit dem „System Hartz IV“, hieß die Veranstaltung, welche die Linke Erwerbslosen Organisation (L.E.O.) am Mittwoch, den 13. Mai 2015, von 19:15 bis 21:30 Uhr im Kölner Naturfreundehaus Kalk durchführte. Obwohl es der Vorabend eines durch „Vater-“ und Brückentag verlängerten Wochendes war und herrliches Wetter zum Besuch eines Biergartens einlud, war die Versammlung mit mehr als dreißig Teilnehmern gut besucht.

Die bekannte Journalistin Angela führte ebenso charmant wie kompetent durch den Abend, an dem drei Betroffene aus jeweiligem Blickwinkel über Auswirkungen von „Hartz IV“ sprachen.

Zunächst fesselte die Psychologin Anette die Zuhörer mit einer lebendigen Schilderung verbaler Übergriffe durch Jobcenterpersonal und die dadurch verursachten gesundheitlichen Einschränkungen. Ungläubiges Staunen, teilweise sogar Heiterkeit, begleiteten dann den Kunsthistoriker Enno, als der das Protokoll seines letzten Gespräches mit seinem „Persönlichen Ansprechpartner“ bzw. seiner „Integrationsfachkraft“ verlas. Ein „Gedächtnisprotokoll“ im tiefsten Sinne des Wortes.

„Last, but not least“, berichtete Linke-Bezirksvertreter Berthold von seinem juristischen Kampf gegen die fortdauernde Missachtung seines Grundrechtes auf „Freiheit der Berufswahl“ (Art. 12 GG) durch das Jobcenter Köln. Das Publikum, beteiligte sich lebhaft an der anschließenden Diskussion. Für L.E.O. erklärte Vorsitzender Manfred, das System Hartz IV dürfe nicht irgendwie „überwunden“, sondern müsse durch das vormalige System aus Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe abgelöst werden. „Wir werden den Reset-Knopf drücken!“, erklärte er unter dem donnernden Applaus des Auditoriums. Mit großer Genugtuung konnte er nicht nur viele positive Reaktionen auf einen gelungenen Abend, sondern vor allem Bündnisangebote anderer Gruppen entgegennehmen. Der politische Kampf geht im elften Jahr des Bestehens von „Hartz IV“ in eine neue Runde, das wurde vielen Veranstaltungsteilnehmern an diesem Abend klar.

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