Wer viel kämpft, soll auch schön feiern.

Hartz IV ist Armut per Gesetz. - Bild: Bronisz

Unter diesem Motto fanden sich an die 50 Mitglieder und Gäste der Linken Erwerbslosen Organisation (L.E.O) zum nunmehr 3. Sommerfest im Naturfreundehaus in Köln Kalk ein. Da sich unter den Gästen viele neue Gesichter befanden, nutzte Manfred Müller, der Sprecher von L.E.O. die Gelegenheit, um auf einen der Gründe einzugehen, warum LEO sich vor kapp vier Jahren gegründet hatte.

„Die neusten Zahlen über die Entwicklung der Erwerbslosigkeit sind ein Offenbarungseid für das Scheitern von „Hartz IV“, nicht nur in NRW sondern besonders auch in Köln“, erklärte Müller.

Den offiziell registrierten 54 147 Erwerbslosen im Juli 2014 stünden gerade einmal 6 631 gemeldete offene Stellen gegenüber. Die Zahl der offiziell registrierten erwerbslosen SGB II Bezieher_innen stieg um 1746 auf 40 733 an. Ein Zahl, die sich seit Jahren nur unwesentlich verändert. „ Verfestigte Langzeiterwerbslosigkeit verbunden mit einer besonderen Gesetzgebung haben eine neue gesellschaftliche Schicht der „ Prekären“, der modernen Tagelöhner_innen der Armen, der Obdachlosen, der Bettler  und Flaschensammler_innen entstehen lassen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

„ Hartz IV“ ist ein System, dass konsequent die Vereinzelung des Einzelnen vorantreibt und damit Gegenwehr unmöglich machen soll.“ führte Müller weiter aus. Um besonders diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat sich die Linke Erwerbslosen Organisation (L.E.O.) gegründet. In Zusammenarbeit und vielfacher Hinsicht unterstützt von der LINKEN werden wöchentliche Sozialberatungen in drei Kölner Stadtteilen, das wöchentliche Erwerbs-losenfrühstück/politischer Brunch, sowie die Versammlungen Veranstaltungen und Aktionen von L.E.O. durchgeführt.

Mitglieder von L.E.O. beschränken sich bei ihrem politischen Engagement nicht nur auf die Frage „ Hartz IV“, sondern sind darüber hinaus in vielfältiger Hinsicht aktiv. Horst Hilse vom Griechenlandsolidaritäskomitee berichtete über den neusten Stand des besetzten Betriebes vio.me und bat um die Unterstützung für eine Petition in diesem Zusammenhang. Weitere Infos unter:  www.gskk.eu .Siamak Moayedzadeh vom Komitee zur Rettung des iranischen Gewerkschafters Reza Shahabi warb für eine geplante Kundgebung (die inzwischen stattgefunden hat) .Näheres: http://www.labourstartcampaigns.net/show_campaign.cgi?c=2392

Viel Spaß brachte Kalle (Alle für Kalle) Gerigk von der Initiative „ Recht auf Stadt“ mit einem Ständchen „ op Kölsch“, von dem einige der Anwesenden „Immis“ wahrscheinlich genauso viel verstanden, wie von der persischen Version des Einheitsfrontlied von B.Brecht.

Abgerundet wurde der Abend durch die Lieder zum mitsingen von. Winfried Pickens und Herrman-Josef Wolf.

Es war eine gelungene Veranstaltung, die Kraft und Mut zu neuen Kämpfen macht.

 

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